Der Fachverband für die Türkische Sprache definiert “Wirtschaft” als Kaufs- und Verkausftätigkeiten mit der Absicht Gewinn zu erzielen. Es bezeichnet den Tausch der Produkte, der Waren oder Dienstleistungen mit anderen ökonomisch wertvollen Objekten beziehungsweise das Umwandeln in andere Mittel (Geld, Wechsel, Aktien usw.) durch Kauf, Verkauf, Vermietung o.Ä. während des Zeitraumes von der Herstellung bis zum endgültigen Konsum.

Die Menschheit hat bis zur Erfindung des Geldes die Wirtschaft durch den Tausch von Waren oder Dienstleistungen am Laufen gehalten.  Erst als in Lydien das Geld erfunden wurde, bekam es seine Bedeutung in der Wirtschaft.

In unserer heutigen Zeit haben sich die Wirtschaftsdarstellung, -materialien und das wirtschaftliche Milieu weit geändert und sich weiterentwickelt. So haben die Menschen in der Vergangenheit noch auf Bazaarplätzen auf regionaler Basis gewirtschaftet, jetzt hingegen ist die Welt mit nationalen und internationalen Handelsplätzen, Wirtschaftsvereinigungen und Weltorganisationen zu einem einzigen kleinen Bazaar geworden.

Internationale Wirtschaftsabkommen und internationale Organisationen tragen viel zur wirtschaftlichen Entwicklung zwischen nationalen und internationalen Firmen bei. Die Einrichtung von organisierten Industriegebieten und freien Handelszonen bieten dem Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen ein geeignetes Umfeld.
Die Entwicklung der Importe und Exporte zwischen Firmen und Personen brachte die Notwendigkeit vielseitiger und fremdbestandteiliger Wirtschaftsabkommen mit sich. Die ersten Unterschriften auf den internationalen Wirtschaftsabkommen, welche die Art, den Ort und die Bedingungen der Auslieferung von Waren oder Dienstleistung festlegten, warfen auch das Bedürfnis nach Lösungswegen für die Fragen auf, auf welche Weise weit entfernte Firmen ihre Bezahlung durchzuführen haben, welches Gericht bei Unstimmigkeiten zuständig sein soll und welches Landesrecht in so einem Falle anzuwenden ist.

Das Internet schließlich brachte das gesamte wirtschaftliche Umfeld und den wirtschaftlichen Begriff auf ein ganz neues Level; verwandelte somit unsere Welt in eine internationale Ausstellungsfläche, in der die Wirtschaftsakteure ohne einander zu sehen in einem gemeinsamen Umfeld jegliche Ware schnell kaufen und genauso schnell zu Geld machen können. Dies brachte natürlich eigene Probleme mit sich.

Heute kennen wir den E-Wirtschaftsbegriff aus eigener Erfahrung. Wie auch in der reellen Welt können Menschen nahezu alle wirtschaftlichen Aktivitäten, wie der Ver- und Ankauf jeglicher Ware oder Dienstleistung durch das Gründen von Internetseiten, Erstellen von Blogs, Einstellen von Werbung, Eröffnen virtueller Geschäfte, Bekanntmachen von Waren und Dienstleistungen, Durchführen von Aktiengeschäften, Aktivitäten auf dem Gold- oder Devisenmarkt und die Bezahlung oder Zahlungsannahme durch virtuelle Bankkonten, Kreditkarten oder Online Banking durchführen.

Viele Länder haben bezüglich der E-Wirtschaft einige rechtliche Regelungen festgelegt. Diese Regelungen wurden entweder als selbständiges Gesetz oder durch die Ergänzung beziehungsweise Änderung von bereits bestehenden Gesetzen aufgenommen.

In der Türkei ist bisher noch kein Gesetz für die E-Wirtschaft in Kraft getreten. Jedoch laufen diesbezügliche Vorbereitungen. Es werden aber bei der Lösungssuche für Regelungen bezüglich der E-Wirtschaft und den Problemen auf virtueller Ebene die allgemeinen Bestimmungen aus Wirtschaftsrecht, Zivilgesetzbuch, Schuldenrecht, Gewerbliches und Geistiges Eigentumsrecht und Presse- und Medienrecht angerufen.

Das „Gesetz über die Ordnung von Veröffentlichungen im Internet und die Regelungen im Falle von Verstößen gegen diese Ordnung” mit der Nummer 5651 und das “Gesetz für Elektronische Unterschriften” mit der Nummer 5070 können zu den wichtigsten, die Tätigkeiten im Internet regelnden Gesetzen gezählt werden.
Im Rahmen der, auf virtueller Ebene zustande kommenden wirtschaftlichen Tätigkeiten, werden wir mit vielerlei rechtlichen, wirtschaftlichen und ökonomischen Problemen konfrontiert, wie Verstoße gegen die Regelungen bezüglich Imitationsware, anstößiger Ware oder Dienstleistung, Marken, Patenten, Urheberrechten, unlauterem Wettbewerb, Persönlichkeitsrechten, Angriffe auf die Ehre, Würde oder Selbstachtung von Menschen, personenbezogenen Daten oder persönlicher Diskretion; Verstoße gegen Vereinbarungen und die daraus entstehenden Schäden und Verluste; Betrügereien im Bereich Internet Banking und Bankkarten und die daraus entstehenden Schäden und Verluste sowie all deren Entschädigungen.